Was Ortskerne morgen brauchen: Erkenntnisse aus dem BUGA-Dialog in Bingen
Leerstände neu denken, Räume vielseitiger nutzen und Menschen vor Ort stärker einbeziehen: Beim BUGA-Dialog in Bingen ging es um die Frage, was Städte und Gemeinden tun können, damit ihre Zentren auch langfristig lebendig bleiben.
Im Kulturzentrum Bingen trafen dazu Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammen. Im Mittelpunkt standen nicht einzelne Patentrezepte, sondern unterschiedliche Ansätze, die sich je nach Ort und Ausgangslage weiterentwickeln lassen.
Ortsentwicklung braucht neue Allianzen
Eine zentrale Erkenntnis des Austauschs: Ein lebendiger Ortskern entsteht nicht allein durch ein gutes Einzelhandelsangebot. Entscheidend ist das Zusammenspiel unterschiedlicher Nutzungen und Akteure. Handel und Gastronomie gehören ebenso dazu wie Begegnungsorte, Kultur, Wohnen und attraktive öffentliche Räume.
Damit neue Ideen entstehen können, braucht es die Zusammenarbeit von Kommunen, Eigentümerinnen und Eigentümern, Gewerbetreibenden, Initiativen und Bürgerschaft. Genau diese unterschiedlichen Perspektiven brachte der BUGA-Dialog zusammen.
Leerstand kann Ausgangspunkt für Neues sein
Besonders intensiv wurde darüber gesprochen, wie ungenutzte Ladenlokale und andere Leerstände wieder Teil des städtischen Lebens werden können. Vorgestellt wurden unter anderem temporäre Nutzungen und Ansätze, die Eigentümerinnen und Eigentümer mit Interessierten zusammenbringen.
Praxisbeispiele aus verschiedenen Städten machten deutlich, wie unterschiedlich solche Lösungen aussehen können: von Mitmachangeboten über kulturelle Formate bis hin zu neuen Formen der Zwischennutzung. Auch Forschungs- und Beteiligungsprojekte aus Bacharach und anderen Kommunen lieferten Anregungen für die Diskussion.
Von guten Beispielen zu eigenen Lösungen
Die vorgestellten Projekte dienten dabei vor allem als Impulse. Denn was an einem Ort funktioniert, lässt sich nicht automatisch auf einen anderen übertragen. Entscheidend ist, die jeweiligen Voraussetzungen vor Ort zu berücksichtigen und gemeinsam passende Lösungen zu entwickeln.
In der anschließenden Workshop-Phase arbeiteten die Teilnehmenden deshalb an eigenen Ideen für Städte und Gemeinden im Oberen Mittelrheintal. Dabei flossen die Sichtweisen von Handel, Gewerbe, Gastronomie, Kommunen und Bürgerschaft gleichermaßen ein.
Austausch als Teil des Weges zur BUGA29
Mit den BUGA-Dialogen schafft die BUGA gGmbH einen Rahmen, in dem Themen der regionalen Entwicklung gemeinsam diskutiert werden können. Der Termin in Bingen zeigte erneut, wie wertvoll der Blick über kommunale Grenzen hinweg sein kann. Die Impulse aus dem Dialog sind dabei kein fertiger Maßnahmenkatalog. Sie bilden vielmehr eine Grundlage für den weiteren Austausch und können helfen, Perspektiven für lebenswerte und zukunftsfähige Ortskerne im Oberen Mittelrheintal weiterzuentwickeln.